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Perspektivenwechsel - Staffel 2
Change of Perspectives 2s

Perspektivenwechsel - Staffel 2

Die zweite Staffel unserer Podcastreihe 'Change of Perspective' ist da! Anknüpfend an die erste Staffel gehen wir nun tiefer in die Auseinandersetzung mit Kolonialismus und postkolonialen Kontinuitäten. Wir fragen, wie Solidarität mit von Rassismus betroffenen Menschen aussehen kann, ohne in Helfer*innen- oder Charity-Logiken zu verfallen. Welche Allianzen aus dem "Globalen Süden" können dabei als Vorbilder dienen? Welche Rolle spielt Sprache, und welche Narrative prägen die Art und Weise, wie über Engagement, Freiwilligenarbeit und Widerstand gesprochen wird? Wessen Geschichten werden erzählt – und wessen nicht?

Um Raum für Austausch von Wissen und Erfahrung zu schaffen, nutzen wir in dieser Staffel die Methode des Storytelling. Gemeinsam mit unseren großartigen Gäst*innen aus Widerstandsbewegungen wollen wir mit ihnen als Expert*innen zu Kolonialismus und Rassismus den Schritt von der Reflexion hin zum Handeln gehen.

Neue Folgen erscheinen ab dem 22. Januar alle zwei Wochen donnerstags – folgt uns auf Spotify, Instagram oder Podigee, um keine Episode zu verpassen.

In der ersten Folge „Die Wurzeln der Ungleichheit – Das Erbe des Kolonialismus in globalen Strukturen“ der zweiten Staffel von Perspektivenwechsel sprechen wir mit Mahasin Dahab, einer revolutionären Feministin und dekolonialen Denkerin aus dem Sudan.

Aufgrund ihrer Expertise als Gründerin von Community Organisationen, Aktivistin und Forscherin erklärt Mahasin, wie das koloniale Erbe des Sudan die Grundlage für die heutigen politischen Spaltungen bildet. Sie spricht darüber, wie die Tasis-Koalition und die RSF (Rapid Support Forces) den Grundstein für einen Apartheid- und Völkermordstaat legen, der von einer extraktiven Monokulturwirtschaft getragen wird.

Sie erklärt, wie der Sudan seine Wirtschaftsstrukturen nie wirklich dekolonialisiert hat und wie Projekte wie das Gezira-Schema, das die britischen Kolonialisten und Ägypter in Gezira und im Zentralsudan ins Leben gerufen haben, zum „guten Korb des britischen Empire” wurden und das Land wirtschaftlich verwundbar machten.

Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Dezemberrevolution und ihrer Organisation innerhalb der feministischen Bewegung Midanik spricht sie über Notfallräume als Orte des Widerstands und der Fürsorge, die oft ausgelöscht werden und selten als Widerstand gegen den Kolonialismus angesehen werden. Stattdessen werden sie auf Opfergeschichten reduziert. Aus diesem Grund argumentiert sie, dass humanitäre Maßnahmen, wenn sie vom politischen Kontext losgelöst sind, diese Viktimisierung verstärken können.

Ihre Botschaft an uns: Widerstand kann viele Formen annehmen, und politisches Handeln erfordert ein tiefes Verständnis des Sudan und den Blick über binäre Denkweisen hinaus.